Verkehrsplanung
Bundesstadt Bonn
Fahrradstraßen- und Einbahnstraßenkonzept
- Bestandsanalye und Planung -

Die Stadt Bonn beabsichtigt im Rahmen einer allgemeinen Förderung des Umweltverbundes die flächendeckende Förderung des Fahrradverkehrs. Neben der Anlage von sicheren Radverkehrsanlagen auf den Verkehrsstraßen bedarf es insbesondere auch einer flächendeckenden fahrradfreundlichen Erschließung im Nebenstraßennetz des Stadtgebietes von Bonn.

In diesem Zusammenhang plante die Stadt Bonn die Öffnung der Einbahnstraßen für den Fahrradverkehr, die seit 1997 auch Gegenstand der Straßenverkehrsordnung ist. Das SVK wurde beauftragt, alle Einbahnstraßen in der Stadt Bonn im Hinblick auf eine mögliche Öffnung für den Fahrradverkehr in Gegenrichtung zu überprüfen. Zur systematischen Bewertung der existenten Einbahnstraßen bedurften alle Einbahnstraßen einer grundsätzlichen Prüfung auf Grundlage eines in enger Abstimmung mit der Stadtverwaltung Bonn erarbeiteten Prüfverfahrens und Wertungskatalogs.

187 Einbahnstraßen wurden anhand unterschiedlicher Parameter auf die Möglichkeiten zur Öffnung für den Fahrradverkehr in Gegenrichtung untersucht.

Folgende Arbeitsschritte waren Bestandteil des Einbahnstraßenkonzeptes für die Stadt Bonn:

1. Prüfung der Einbahnstraßen im Hinblick auf die verkehrstechnische Realisierungsmöglichkeit einer Öffnung für den Radverkehr in Gegenrichtung unter Berücksichtigung der Fragestellungen

  • existente / notwendige Maßnahmen zur Sicherung des Fahrradverkehrs,
  • Straßenbreite,
  • Umgang mit dem ruhenden Kfz-Verkehr,
  • städtebauliche Situation.

In einer Bewertungsmatrix wurden die Einbahnstraßen, die für den Fahrradverkehr in Gegenrichtung geöffnet werden können, dargestellt. Für 172 der 187 Straßen wurde die Empfehlung der Öffnung in Gegenrichtung für den Radverkehr ausgesprochen.

2. Für jede einzelne Straße wurde ein individuelles Planungskonzept zur Öffnung für den Fahrradverkehr erarbeitet. Es wurden verschiedene Möglichkeiten in Betracht gezogen, z.B.

  • Öffnung der Straßen für alle Verkehrsarten im Zweirichtungsverkehr,
  • Markierung bzw. Bau einer Radverkehrsanlage entgegen der Einbahnstraßenrichtung,
  • Realisierung einer unechten Einbahnstraße,
  • Öffnung der Einbahnstraße für den Fahrradverkehr in Gegenrichtung.

Während für einen Teil der untersuchten Straßen die Öffnung für den Fahrradverkehr in Gegenrichtung lediglich durch eine Ergänzung der Beschilderung möglich ist, müssen auf anderen Straßen zuvor die baulichen Vorraussetzungen geschaffen werden - sei es durch punktuelle oder flächenhafte Maßnahmen. Es wurde die Empfehlung ausgesprochen, 172 Einbahnstraßen mit entsprechenden Maßnahmen für den Radverkehr in Gegenrichtung zu öffnen und 15 davon als Fahrradstraßen auszuweisen.

3. Im letzten Arbeitsschritt wurde eine Prioritätenliste zur Umsetzung erarbeitet. Diese differenzierte sich in

  • Straßen, die ohne begleitende Maßnahmen sofort für den Fahrradverkehr geöffnet werden können,
  • Straßen, die punktueller bzw. einzelner begleitender Maßnahmen (Sicherung der Einfahrtsbereiche, Markierung von Radfahrstreifen, Geschwindigkeitsreduzierung des Kfz-Verkehrs etc.) bedürfen,
  • Straßen, die vor der Öffnung der Einbahnstraße für den Fahrradverkehr einer grundsätzlichen Neuordnung zur Erhöhung der Verkehrssicherheit erfordern und
  • Abhängigkeiten zwischen zusammenhängenden / angrenzenden Straßen, die beispielsweise in einem Stadtteil nur im Kontext betrachtet bzw. zeitgleich umgesetzt werden müssen.
Abschließend wurde der Stadt Bonn ein Gutachten überreicht, auf dessen Grundlage sie durch die Öffnung von Einbahnstraßen für den Radverkehr in Gegenrichtung einen weiteren wichtigen Baustein zur Förderung des Radverkehrs leisten konnte.

Einbahnstraße 01
 
Einbahnstraße 02
 
Einbahnstraße 03
 
Einbahnstraße 04