Verkehrsplanung
Stadt Kaiserslautern
Einbahnstraßenkonzept
- Anlass und Planung -

Die Stadt Kaiserslautern beabsichtigt im Rahmen einer allgemeinen Förderung des Umweltverbundes die flächendeckende Förderung des Fahrradverkehrs. Vor diesem Hintergrund wurde in den letzten Jahren eine Netzplanung für den Fahrradverkehr entwickelt (vgl. RVP Kaiserslautern). Neben der Anlage von sicheren Radverkehrsanlagen auf den Verkehrsstraßen bedarf es insbesondere auch einer flächendeckenden fahrradfreundlichen Erschließung im Nebenstraßennetz des Stadtgebietes von Kaiserslautern.

In diesem Zusammenhang plant die Stadt Kaiserslautern die Öffnung der Einbahnstraßen für den Fahrradverkehr, die seit 1997 auch Gegenstand der Straßenverkehrsordnung ist. Das SVK wurde beauftragt, alle Einbahnstraßen in der Stadt Kaiserslautern im Hinblick auf eine mögliche Öffnung für den Fahrradverkehr in Gegenrichtung zu überprüfen. Zur systematischen Bewertung der existenten Einbahnstraßen bedurften alle Einbahnstraßen einer grundsätzlichen Prüfung auf der Grundlage eines in enger Abstimmung mit der Stadtverwaltung Kaiserslautern erarbeiteten Prüfverfahrens und Wertungskatalogs. Folgende Arbeitsschritte waren Bestandteil des Einbahnstraßenkonzeptes für die Stadt Kaiserslautern:

1. Alle Einbahnstraßen wurden auf der Basis des vorliegenden Datenmaterials (Planunterlagen, existente Erhebungen etc.) und bestehender Ortskenntnis in enger Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Kaiserslautern anhand unterschiedlicher Parameter auf die Möglichkeiten zur Öffnung für den Fahrradverkehr in Gegenrichtung untersucht.

2. Im zweiten Arbeitsschritt erfolgte eine Prüfung der Einbahnstraßen vor Ort im Hinblick auf die verkehrstechnischen Realisierungsmöglichkeiten sowie folgende Kriterien:

  • existente / notwendige Maßnahmen zur Sicherung des Fahrradverkehrs,
  • Straßenbreite,
  • Ruhender Kfz-Verkehr,
  • städtebauliche Situation.

Auf der Basis dieser auch für den politischen Raum nachvollziehbaren Bewertungsmatrix wurden die Einbahnstraßen, die für den Fahrradverkehr in Gegenrichtung geöffnet werden können, systematisch erarbeitet.

3. Für jede einzelne Straße erfolgte in einem weiteren Arbeitsschritt die Bearbeitung des individuellen Planungskonzeptes zur Öffnung der Straßen für den Fahrradverkehr, wobei folgende Lösungen in Betracht gezogen wurden:

  • Öffnung der Straßen für alle Verkehrsarten im Zweirichtungsverkehr,
  • Markierung bzw. Bau einer Radverkehrsanlage entgegen der Einbahnstraßenrichtung,
  • Realisierung einer unechten Einbahnstraße,
  • Öffnung der Einbahnstraße für den Fahrradverkehr in Gegenrichtung.

Während für einen Teil der untersuchten Straßen die Öffnung für den Fahrradverkehr in Gegenrichtung lediglich durch eine Ergänzung der Beschilderung möglich ist, müssen auf anderen Straßen zuvor die baulichen Vorraussetzungen geschaffen werden, sei es durch punktuelle oder flächenhafte Maßnahmen.

4. Im letzten Arbeitsschritt wurde in enger Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Kaiserslautern eine Prioritätenliste zur Umsetzung des Einbahnstraßenkonzeptes erarbeitet. Diese Prioritätenliste differenzierte sich in:

  • Straßen, die ohne begleitende Maßnahmen sofort für den Fahrradverkehr geöffnet werden können,
  • Straßen, die punktueller bzw. einzelner begleitender Maßnahmen (Sicherung der Einfahrtsbereiche, Markierung von Radfahrstreifen, Geschwindigkeitsreduzierung des Kfz-Verkehrs etc.) bedürfen,
  • Straßen, die vor der Öffnung der Einbahnstraße für den Fahrradverkehr einer grundsätzlichen Neuordnung zur Erhöhung der Verkehrssicherheit erfordern und
  • Abhängigkeiten zwischen zusammenhängenden / angrenzenden Straßen, die beispielsweise in einem Stadtteil nur im Kontext betrachtet bzw. zeitgleich umgesetzt werden müssen.

Detailplanung Moltkestraße
 
Detailplanung Beethovenstraße
 
Moltkestraße
 
Beethovenstraße