Verkehrsplanung
Stadt Wuppertal
Machbarkeitsstudie Alter Markt
- Anlass und Planung -

Der Alte Markt in Wuppertal Barmen ist ein historischer Stadtplatz, der viele Jahren dieser Bedeutung nicht gerecht wurde. Dieser Platz liegt unmittelbar im Stadtzentrum von Barmen, angrenzend an zwei attraktive Fußgängerzonen, welche eine Verbindung zwischen dem Rathaus Barmen und den zentralen ÖPNV-Haltepunkten Alter Markt und Bahnhof Barmen schaffen. Der Alte Markt bildet dabei den zentralen Verknüpfungspunkt bzw. die Verteilfläche zwischen den bedeutenden Quell- und Zielpunkten „ÖPNV-Haltepunkte“ und der Fußgängerzone.

Der Alte Markt wird durch eine Vielzahl hochgeschossiger Bauwerke begrenzt, die einen geschlossenen, attraktiven Raum bilden. Trotz der Vielzahl von Fußwegeverbindungen und -strömen, die über diesen Platz verlaufen, erfüllte der Platz lange Zeit nicht die Anforderungen eines modernen Stadtplatzes, da er in seiner gesamten Fläche als zentraler Busbahnhof genutzt wurde.

Vor diesem Hintergrund beschloss die Stadt Wuppertal, den als Busbahnhof genutzten Stadtraum in einen Stadtplatz umzuwandeln, der primär den städtebaulichen Anforderungen entspricht und die Belange des Fußgängerverkehrs sowie der angrenzenden Nutzungen berücksichtigt.

Das SVK wurde aus diesem Anlass als unabhängiges, externes Planerteam mit der Erstellung der Machbarkeitsstudie Alter Markt beauftragt.

Ziel der Machbarkeitsstudie war die Darstellung von Voraussetzungen, Rahmenbedingungen und Lösungen zur Verlagerung des ÖPNV vom Alten Markt auf die angrenzenden Straßen in Verbindung mit einer Gesamtverbesserung der Situation für alle Verkehrsteilnehmer und Darstellung der Potentiale zur Entwicklung des Platzes.

Vor diesem Hintergrund wurde im Rahmen der Machbarkeitsstudie Neuordnung Alter Markt ein kurzfristiges Szenario entwickelt, dass eine sofortige Verlagerung des ÖPNV vom Alten Markt ermöglichte, damit dieser im Jahr 2002 in einen modernen Stadtplatz umgebaut werden konnte. Die letztendlich seitens des projektbegleitenden Arbeitskreises (Stadtverwaltung Wuppertal, Wuppertaler Stadtwerke, Stadt- und Verkehrsplanungsbüro Kaulen) aus vier Alternativen präferierte Variante kommt hinsichtlich der Anforderungen an den öffentlichen Verkehr dem langfristigen Ziel der Neuordnung des Stadtteilzentrums Barmens am nächsten, sämtliche vom Alten Markt zu verlagernden Buslinien bis zum Bahnhof Barmen weiterzuführen. Zur Umsetzung des kurzfristigen Szenarios wurde ein Maßnahmenkonzept erarbeitet, dass die erforderlichen Umbaumaßnahmen im Stadtteilzentrum Barmens (Höhne, Steinweg, Parkplatz Bahnhof) beinhaltet.

Langfristig ist für das Stadtteilzentrum Barmens eine komplette Neuordnung vorgesehen, die eine deutliche Verbesserung der Rahmenbedingungen für alle Verkehrsteilnehmer vorsieht und eine städtebauliche Attraktivierung des gesamten Stadtteilzentrums impliziert. Vor diesem Hintergrund wurden in enger Abstimmung des projektbegleitenden Arbeitskreises aus neun Ausgangsszenarien der Verkehrsführung im Zentrum von Barmen zwei Szenarien weitergeführt und deren Planungskonzepte detailliert ausgearbeitet. Das letztendlich präferierte langfristige Planungskonzept (Brückenszenario 1 – Haltestellenbündelung) für die Neuordnung des Stadtteilzentrums Barmens bietet große Potentiale zur Umsetzung der angestrebten Ziele.

Beim präferierten Brückenszenario 1 – Haltestellebündelung wird auf der Straße Höhne ein Einrichtungsverkehr in Ost-West-Richtung eingerichtet. Die West-Ost-Fahrbeziehung des Kfz-Verkehrs auf der Bundesstraße 7 wird am Knotenpunkt Friedrich-Engels-Allee / Steinweg / Höhne / Fischertal auf die südlich parallel verlaufende Straße Am Clef umgeleitet und mittels eines Brückenbauwerkes über die Wupper in Höhe des Geschwister-Scholl-Platzes auf die Bundesstraße 7 zurückgeführt. Infolge der Nutzung der Straße Höhne im Einrichtungsverkehr in Ost-West-Richtung entstehen neue Flächen, die insbesondere aus städtebaulicher Sicht genutzt werden können. Es besteht die Möglichkeit, die Straße Höhne als Flaniermeile zu gestalten. Zusätzlich bietet das Szenario große Potentiale zur Förderung des öffentlichen Verkehrs. Die Haltestellen des ÖPNV werden im Bereich der Schwebebahnhaltestelle Alter Markt gebündelt, so dass eine optimale Verknüpfung zwischen der Schwebebahn und der nahegelegenen Fußgängerzone gewährleistet ist.

Alter Markt
 
Haltestellenbündelung
 
Höhne
 
kurzfristiges Szenario